Frische Säfte aus Obst enthalten, abhängig von der Art des Obstes und seines Reifegrades, eine oft nicht unerhebliche Menge an Fruchtzucker. Fruchtzucker ist zwar wesentlich unproblematischer für den Körper als raffinierter Zucker, dennoch sollte man auch hier durchaus auf die Menge achten, die man zu sich nimmt. Das gilt vor allem für Diabetiker. Für sie ist es besonders problematisch, wenn der Fruchtzucker den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Trotz allem müssen auch Diabetiker nicht auf ihren frisch gepressten Saft verzichten, wenn sie auf ein paar wichtige Punkte achten.

  • Nicht anstatt einer Mahlzeit, sondern zu einer Mahlzeit konsumieren
  • Mit Wasser verdünnen
  • In Maßen genießen
  • Bevorzugen Sie Gemüsesäfte anstatt pure Fruchtsäfte oder zumindest Mischungen aus Obst und Gemüse
  • Obst und Gemüse mit  niedrigem Glykämischen Index entsaften
  • Die Auswirkung des Saftes auf den Blutzucker kontrollieren
  • Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt

Der Glykämische Index bei Säften

Als erstes sollte man sich den Glykämischer Index (GI) und den Kohlenhydratenanteil in den verschiedenen Säften anschauen. Der GI gibt Auskünfte über die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel.

  • Von einem hohen GI spricht man, wenn er größer als 70 ist
  • Mittlere GI-Werte liegen zwischen 50 und 70
  • Niedrige GI Werte sind kleiner als 50.
Saft-Art Glykämischer Index (GI) Glykämische Last (GL) Kohlenhydrate KH/100g
Traubensaft
55 9,918
Ananassaft 50 6,513
Apfelsaft50 6,513
Orangensaft
45 5 11
Grapefruitsaft

45 4,5 10
Karottensaft

40 2,87
Tomatensaft

35 1,44
Gurke 15 0,31,8

Die Glykämische Last

Bei der Glykämischen Last (GL) wird zum jeweiligen GI-Wert auch die Kohlenhydratdichte der einzelnen Lebensmittel berücksichtigt. Die GL ist somit ein Indikator der glykämischen Antwort auf eine Lebensmittelportion bzw. des dadurch ausgelösten Insulinbedarfs. So ist z.B. trotz gleichem Glykämischen Index von Karotten und Baguettebrot, der Blutzuckereffekt von 100 g Baguettebrot mehr als sechseinhalb mal so groß wie der von 100 g gekochten Möhren. Dies liegt daran, dass 100 Gramm Baguettebrot 48 Gramm Kohlenhydrate liefern, während bei Möhren erst 700 Gramm eingenommen werden müssen, damit diese 50 g Kohlenhydrate liefern.

Anhand der oberen Tabelle kann man sehen, dass z.B. Traubensaft aufgrund seiner hohen Glykämischen Last von 9,9 nicht zu den TOP 10 Säfte für Diabetiker gehören sollte. Fruchtsäfte wie Ananas-, Orangen- und Apfelsaft liefern ebenfalls relativ hohe GL-Werte über 4,5. Daher sollte man versuchen in einem frisch gepressten Saft immer Obst und Gemüse zu kombinieren. Zudem enthalten die daraus gewonnenen Säfte noch mehr wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, die ausschließlich aus Früchten gewonnen werden. Für Diabetiker bieten sich optimalerweise Säfte an, die keinen oder fast keinen Zucker enthalten, wie z.B. folgende Gemüsesäfte:

Gemüsesaft-Ideen mit geringem Zuckergehalt

  • Tomaten-Petersillie Saft: Tomatensaft hat eine glykämische Last von nur 1,4.
  • Grüne-Bohnen-Saft: Die grünen Bohnen enthalten einen Stoff ähnlich zu Insulin (Glukokinin), der dafür sorgt, dass in der Leber Zucker abgebaut wird.
  • Spinat-Gurke-Zucchini Saft
  • Spargel-Wirsingkohl Saft
  • Weißkohlsaft
  • Stangensellerie-Karotten Saft: Der glykämische Last von Karottensaft ist niedrig im Vergleich zu Apfelsaft, dennoch sollte Karottensaft nicht pur getrunken werden, sondern mit einem Gemüse mit niedrigerer glykämischer Last gemischt werden. Im Zweifelsfall sollte man Karotten ganz weglassen.

 

Durch das Zufügen von Gewürzen sollen die Auswirkungen von Fruchtzucker auf  Diabetiker (und auch Nicht-Diabetiker) auch reguliert werden können. Die Forschung ist dabei diese Zusammenhänge noch zu untersuchen. Tatsache ist aber, dass scharfe Gewürze wie Ingwer, Chili und Zimt die Verdauung anregen. Zudem kann man seinen Säften mit den Gewürzen einen besonderen Geschmack verleihen.

Wie sich ein frisch gepresster Saft auf den Blutzuckerspiegel auswirkt, das können Diabetiker herausfinden, indem sie ihren Blutzucker vor und nach dem Genuss eines Fruchtsaftes messen. Notiert man sich dann noch die Zusammensetzung des selbst gemachten Saftes, so kann man im Laufe der Zeit genau herausfinden, wie sich der jeweilige Saft auf den Blutzucker auswirkt.

Grundsätzlich sollten Diabetiker frisch gepresste Säfte nicht als Durstlöscher ansehen und nicht in Massen, sondern in Maßen trinken. Die Säfte sollten am besten mit Hilfe eines Slow Juicers selbst gepresst werden. Empfehlenswert sind z.B. folgende Entsafter aus unserem aktuellen Entsafter Test).

 Quellen:

  1. www.ernaehrung-bewegung.net: Liste GI- GL- KH verschiedener Lebensmittel
  2. diabetesstiftung.org