Was ist Weizengras?

Wir alle kennen Weizen und viele nehmen diesen beinahe täglich in Form von Brot oder Brötchen zu sich. Und während die Weizenprodukte aus dem Korn aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht für alle empfehlenswert sind (z.B. aufgrund des verschleimenden Glutens), ist das Weizengras geradezu ein Superfood. Beim Weizengras handelt es sich um die ersten Blätter, die aus dem Samen sprießen. Das Weizengras wird vor dem Ansetzen der Ähre geerntet.

Welche Vorteile hat Weizengras?

– Hoher Chlorophyllgehalt regt die Bildung von Blutzellen an

Der wohl wichtigste Vorteil des Weizengrases ist der enorme Chlorophyllgehalt von etwa 10 µg/g . Chlorophyll ist der grüne Pflanzenfarbstoff, der für die Photosynthese verantwortlich ist. Die Aufnahme von Chlorophyll kann auf den menschlichen Organismus viele positive Wirkungen haben. So soll Chlorophyll, das eine ähnliche chemische Zusammensetzung hat wie der Blutfarbstoff Hämoglobin, die Produktion neuer Blutzellen antreiben. Dadurch kann mehr Sauerstoff zu den Zellen transportiert werden. Darüber hinaus wirkt sich Chlorophyll durch seine alkalisierende Wirkung positiv auf den Säure-Basen-Haushalt aus, der Körper wird entschlackt.

– Weizengras als Vitaminbombe

Weizengras ist darüberhinaus eine wahre Vitaminbombe. Es enthält Unmengen an Vitamin C, Vitamin E, Vitamin B1, Magnesium, Calcium und Eisen. 100 Gramm Weizengras enthalten etwa 60 Mal so viel Vitamin C wie Orangen. Der Eisengehalt ist 5 Mal höher als im Spinat. So ist ein halbes Glas Weizengrassaft mit mehr als einem Kilo frisches Obst und Gemüse vergleichbar. Außerdem haben Forscher herausgefunden, dass im Weizengras auch das Vitamin B12 und die Spurenelemente Selen und Zink enthalten sind. Diese für Pflanzen eher untypischen Bestandteile sind für einen gesunden Körper enorm wichtig und sollen für die Vorbeugung von Krebs von Bedeutung sein.

– Weizengras als Eiweißlieferant

Weiterhin ist Weizengras auch ein hervorragender Eiweißlieferant. Bei vergleichbarer Menge enthält Weizengras etwa ein Viertel mehr Eiweiß als Hühnereier. Das pflanzliche Eiweiß enthält zudem viele wichtige Enzyme, die entzündungshemmend und DNA regenerierend wirken.

Ein weiterer Vorteil von Weizengras für Menschen mit Unverträglichkeitsreaktionen gegenüber glutenhaltigen Nahrungsmitteln ist, dass es kein Gluten enthält.

Warum muss Weizengras entsaftet werden?

Weizengras zu sich zu nehmen, klingt eigentlich ganz einfach. Schließlich könnte man es ja (ähnlich wie Schnittlauch) schneiden und über einen frischen Salat streuen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht, vor allem dann, wenn man von dem hohen Chlorophyllanteil des Weizengrases profitieren möchte. Der menschliche Körper kann es nämlich nicht aus den Fasern extrahieren. Der positive Effekt bleibt damit aus. Wenn man das Weizengras jedoch entsaftet, dann werden die wertvollen Bestandteile aus den Fasern gelöst und der menschliche Organismus kann diese problemlos verwerten.

So kann man Weizengrassaft zu Hause herstellen

 

Weizengras anbauen

Weizengras anbauen – By Szabo Janos buzafulebolt.hu (Own work) [CC BY-SA 3.0 ], via Wikimedia Commons

Wenn man Weizengrassaft zu Hause herstellen möchte, dann kann man das Weizengras auch selbst anbauen. Dafür werden lediglich folgende Materialien benötigt:

  • flache Saatkästen mit Löchern im Boden
  • torffreie Blumenerde in Bio-Qualität oder Kokossubstrat
  • Sprießkornweizen, ebenfalls in Bio-Qualität.

Es werden ca. 200 g Sprießkornweizen auf der 2 bis 5 cm hohen Blumenerde ausgebreitet. Als Richtlinie gilt: Für eine Anbaufläche von 10 x 10 cm  benötigt man ca. 25 g Weizensamen.

Die Weizenkörner sollten nach Möglichkeit in einem Wasserglas 2 Tage vorkeimen, bevor sie auf die Blumenerde gestreut werden. Die ausgesäten Keimlinge sollten in den ersten 4 Tagen mit einem feuchten Küchentuch abgedeckt werden und täglich mit einer Sprühflasche benetzt werden. Danach kann man das Saatgut aufdecken und schon kurze Zeit später mit der ersten Ernte beginnen. Idealerweise schneidet man das Weizengras (bodennah) ab, wenn es zwischen 10 und 15 cm lang ist (üblicherweise nach 10-12 Tagen).

Das frisch geschnittene Weizengras kann dann bis zu 5 Tage lang in einem luftdicht verschlossenen Gefäß im Kühlschrank aufbewahrt werden. Allerdings ist es zu empfehlen, das Weizengras möglichst frisch zu verwenden. Denn der Verfall wertvoller Vitamine setzt bereits kurz nach der Ernte ein. So verliert das Weizengras bereits innerhalb der ersten 24 Stunden nachdem es geerntet wurde etwa 50 % seines Vitamin C-Gehaltes [2].

Um aus dem Weizengras nun Weizengrassaft herstellen zu können, benötigt man einen Entsafter (siehe dazu auch unsere Entsafter Test Seite). Viele greifen aus Unwissen zunächst zu einem Zentrifugalentsafter, weil der kraftvoll und schnell arbeitet. Allerdings ist so ein Zentrifugalentsafter für das Entsaften von Weizengras weniger gut geeignet. Zunächst einmal wird durch die hohe Drehgeschwindigkeit der Zentrifuge die Oxidation begünstigt. Viele wertvolle Inhaltsstoffe, wie Vitamine und Enzyme des Weizengrases gehen dadurch größtenteils verloren. Abgesehen davon ist das Ergebnis nicht optimal für die Verwertung durch den menschlichen Körper. Denn ein Zentrifugalentsafter zerschreddert die Fasern. Diese Rückstände, in denen sich viele wertvolle Stoffe befinden, können vom menschlichen Organismus nicht verarbeitet werden. Der besondere gesundheitliche Nutzen des Weizengrases bleibt dem Organismus somit vorenthalten. Daher ist es sinnvoller, wenn man zu einem Gerät greift, welches langsam entsaftet und die Fasern zermahlt. Durch das langsame Entsaften werden alle nützlichen Stoffe aus den Fasern extrahiert, sie können somit vom Körper aufgenommen und verarbeitet werden. Letzter und wichtiger Grund gegen einen Zentrifugalentsafter ist, dass die Saftausbeute sehr niedrig ausfällt.

Welche Entsafter sind für die Herstellung von Weizengrassaft geeignet?

Bei Amazon ansehen
Z-Star Hand-Saftpresse...

Es gibt Entsafter, die auf die Herstellung von Weizengrassaft spezialisiert sind, wie z.B. die Twin Gear horizontale Entsafter, welche mit zwei Presswalzen arbeiten, so wie der Green Power Kempo Juicer.

Auf Weizengras spezialisiert sind auch manuelle Saftpressen, wie die Z-Star Hand-Saftpresse, die per Hand und ohne Strom bedient wird. Ihre besonders lange Presswalze und das schonende manuelle Entsaften führen zu einer überdurchschnittlich hohen Saftausbeute.
Manuelle Saftpresse für Weizengrassaft

Manuelle Saftpresse für Weizengrassaft – By Malyadri (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Wer zusätzlich noch harte und weiche Früchte entsaften möchte, wird in einem horizontalen Slow Juicer mit einer Pressswalze, wie der Oscar Neo DA-1000, einen guten Kompromiss finden. Zu der Ausbeute sollte man wissen, dass grundsätzlich auch 30 ml Weizengrassaft täglich ausreichen, um den positiven Nutzen aus dem Saft zu ziehen.

Wem das zu umständlich ist, der kann alternativ auch zu fertigem Bio-Weizengraspulver greifen. Dieses wird dann in Wasser angerührt und kann als Nahrungsergänzung aufgenommen werden.

Dr. Brian Clement und die Rolle von Weizengrassaft in seiner Rohkost-Klinik

Dr. Brian Clement ist Leiter der weltbekannten Rohkost-Klinik Hippocrates Health Institut in West Palm Beach, Florida. Schwerpunkt des Instituts ist die Aktivierung der Selbstheilung mit Hilfe von enzymreiche vegane Rohkost-Ernährung.

Dr. Brian Clement kann auf mehr als 30 Jahre Erfahrung im Bereich Naturmedizin und Ernährungswissenschaft zurückblicken und ist Autor von mehreren Bücher. Eines der bekanntesten Bücher von ihm ist der Bestseller „Living Foods for Optimum Health“. Eine gesunde Ernährung besteht laut Dr. Clement in dem Genuss von hauptsächlich Rohkost (am wichtigsten: grünem Gemüse, Sprossen und sekundären Pflanzstoffen). Auf dem Speiseplan der Klinik stehen neben Salate, vor allem Säfte wie Weizengrassäfte und frisch gepresste grüne Säfte aus Gurken und Sprossen. Diese Ernährungsweise und eine positive Einstellung helfen dem Körper sich selbst zu entgiften und sich von Zivilisationskrankheiten zu heilen.

So sollen unter anderem auch Menschen mit schweren Krankheiten, wie Krebs, Multibles Sklerose, Diabetes und Herz-/Kreislaufkrankheiten erfolgreich behandelt worden sein. Natürlich gibt es keine Garantie für die Heilung und man sollte bei einer ernsthaften Erkrankung immer auch einen spezialisierten Arzt der Schulmedizin zur Rate ziehen.

Quellen und weiterführende Informationen:

  1. www.weizengras-anbauen.de: Weizengras anbauen – So gelingt es mit Sicherheit
  2. https://www.zentrum-der-gesundheit.de/weizengras-saft-ia.html: Weizengrassaft – Heilen mit Vitalstoffen
  3. www.slowjuice.de: Weizengras und Weizengrassaft
  4. Ben-Arye E et al., „Wheat grass juice in the treatment of active distal ulcerative colitis: a randomized double-blind placebo-controlled trial.„Scand J Gastroenterol. 2002 Apr;37(4):444-9. (Weizengrassaft zur Behandlung von aktiver Colitis ulcerosa: Eine stichprobenartige, doppelblinde Placebo-kontrollierte Untersuchung)
  5. Kulkarni SD et al., „Evaluation of the antioxidant activity of wheatgrass (Triticum aestivum L.) as a function of growth under different conditions“ Phytother Res. 2006 Mar;20(3):218-27. (Auswertung antioxidativer Aktivität von Weizengras)
  6. Bar-Sela G et al., „Wheat grass juice may improve hematological toxicity related to chemotherapy in breast cancer patients: a pilot study“ Nutr Cancer. 2007;58(1):43-8. (Weizengrassaft könnte hämatologische Toxizität verbessern, die mit Chemotherapie bei Brustkrebspatienten in Verbindung steht: eine Teststudie)