Im Rahmen einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung sollten täglich bis zu fünf Portionen Obst und Gemüse verzehrt werden. Der Einfachheit halber greifen viele zu Säften, da die tägliche Vitamindosis so schnell und unkompliziert aufgenommen werden kann. Damit ist der größte Vorteil von Säften aus dem Supermarkt auch deren sofortige Verfügbarkeit. Säfte aus heimischen Früchten sind dabei ebenso in den Regalen zu finden wie exotische Fruchtmischungen. Für Vielfalt und Abwechslung ist also gesorgt. Doch wie ist es um die Frische bestellt? Hier zeigt sich dann auch der Nachteil der allzeit verfügbaren Supermarktsäfte. Denn die Säfte aus dem Supermarkt sind natürlich nie wirklich frisch. Oft stehen sie schon wochen- oder monatelang in Lagern oder Supermarktregalen, bis sie beim Endverbraucher ankommen und sind angesichts ihrer Bestandteile alles andere als Vitalmacher oder Immunbooster.

Fruchtsaftgetränke aus dem Geschäft: wenig Vitamine, viel Zucker

 

Sehen wir uns nun die Herstellung eines typischen Fruchtsaftes aus dem Geschäft näher an. Nach dem Zerkleinern, Pressen und Zentrifugieren der Frucht wird ihr das Aroma und das Wasser (unter nahezu Vakuum) entzogen, nur damit man am Ende dem Konzentrat wieder das Wasser und das Aroma zufügt. Klingt das für euch auch verrückt? Der einzige und alleinige Sinn dieses Prozesses besteht darin, dass das Konzentrat lange gelagert und kostengünstig transportiert werden kann. Damit sich die Fruchtsäfte lange halten können, werden sie zusätzlich pasteurisiert (hoch erhitzt auf Temperaturen bei 85 °C).

 

Nach der industriellen Verarbeitung der Früchte zu Saft werden die Vitamine größtenteils zerstört, übrig bleibt ein Vitamingehalt von meist 12-15%.

 

Aus diesem Grund werden den Säften, die ja von Natur aus eigentlich reichlich Vitamine enthalten, oft künstliche Vitamine zugesetzt. In Sachen Vitalität und Lebendigkeit, kann man von so einem Saft nicht viel erwarten, im Gegensatz zu einem selbst hergestellten Saft.

 

By Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie e.V.

[CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

 

Ebenfalls ein Nachteil bei vielen der so genannten Fruchtsaftgetränken aus dem Geschäft ist die hohe Menge an zugesetzter Zucker. Bei der Capri-Sonne zum Beispiel entspricht dies 7 Stück Würfelzucker pro Packung. Dieser Zuckergehalt ist nicht nur typisch für Capri-Sonne, sondern liegt im mittleren Bereich aller Fruchtsaftgetränke. Das gehört auf keinen Fall in den Mägen von Kindern, genau mit diesem Ziel wird jedoch Werbung dafür gemacht. Der Obstgehalt ist ebenfalls enttäuschend niedrig mit insgesamt nur 12 %. Capri-Sonne wurde sogar kürzlich von foodwatch mit dem Negativpreis “Goldener Windbeutel” für Werbelügen ausgezeichnet.

Zutaten: Capri-Sonne Saft

  • Wasser
  • Zucker (10 %)
  • Orangensaft aus Orangensaftkonzentrat (7 %)
  • Zitronensaft aus Zitronensaftkonzentrat (5 %)
  • Glukose-Fruktosesirup
  • Antioxidationsmittel Ascorbinsäure
  • Natürliche Aromen

Was sagt Stiftung Warentest?

Auch Stiftung Warentest rät von Apfelfruchtsaftgetränken aus dem Geschäft ab. Im Test bekamen 13 von 19 getesteten Fruchtsaftgetränken die Note “mangelhaft”!

Kaum Polyphenole

Wenn man frische Äpfel durch seinen Entsafter jagt, ist der Saft reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenolen. Diese wirken antioxidativ und sollen vor Herzinfarkt und Krebs schützen. Doch in Apfelfruchtsaftgetränken sind laut Stiftung Warentestkaum noch Polyphenole zu finden.

Ein wenig besser ist der Direktsaft, da ihm nicht zuerst Wasser und Aromen entzogen werden, allerdings wird dieser meist auch pasteurisiert.

Fazit

Wer wirklich frischen Geschmack sucht und von allen Vitaminen aus den Früchten oder aus dem Gemüse profitieren möchte, der sollte sich seinen Saft selber machen. Frischer gepresster Saft ist viel intensiver im Geschmack und enthält auch noch alle Vitamine und Polyphenole. Der Nachteil selbst gemachter Säfte ist natürlich der Zeitaufwand, den man für die Zubereitung benötigt. Das Obst muss gewaschen, je nach Entsafter vorgeschnitten und gepresst werden, bevor man den leckeren Saft genießen kann. Mit dem richtigen Entsafter (siehe dazu unsere Entsafter Testsieger) kann man jedoch auch hartes Obst wie Äpfel oder Gemüse wie Rote Beete und Möhren kinderleicht pressen und so muss man nicht nur auf den klassischen Orangensaft zurückgreifen. Und gegen den besseren Geschmack und den höheren Vitamingehalt frisch gepresster, vitaler Säfte kommen die gekauften Säfte ohnehin nicht an.

Quellen:

  1. www.dge.de: Täglich mindestens 5 Portionen Gemüse und Obst essen:
  2. www.test.de: Apfelfruchtsaftgetränke: Billig und schlecht