Granatapfelsaft kann ganz einfach zu Hause mit einer Granatapfelpresse hergestellt werden. Allerdings haben Studien, wie die von Kim et al. [1] gezeigt, dass die gesundheitliche Wirkung des Saftes, speziell die krebsvorbeugende Wirkung, durch eine Fermentierung gesteigert wird. In diesem Artikel erklären wir kurz die Gründe dafür.

Im Granatapfel so wie im Granatapfelsaft liegen Polyphenole hauptsächlich als Phenolcarbonsäuren, Ellagitannine und Flavanoide vor. Diese sind größtenteils an Zuckermoleküle gebunden. Um ihre maximale Wirkung zu entfalten, muss ihre Bindung an Zucker gelöst und größere Moleküle müssen in einem durch die Darmflora erzeugten Fermentierungsprozess in kleinere umgewandelt werden bzw. enzymatisch zerlegt werden. Da die Beschaffenheit der Dickdarmflora bei jedem Menschen individuell ist, fallen dementsprechend die gesundheitsfördernden Wirkungen des Granatapfelsafts auch unterschiedlich aus. Damit die Polyphenole durch den Darm besser aufgenommen werden können und die Wirkung des Granatapfelsafts stärker ausfällt, empfiehlt es sich den Saft zu fermentieren.

Wer sich seinen Direktsaft aus Granatäpfeln fermentieren möchte, der hat die Möglichkeit, dies unter Verwendung von in kleinen Portionsbeuteln erhältlichen Mikroorganismen zu tun [²]. Dazu sollte der Granatapfelsaft zu gleichen Teilen mit Orangen- oder Apfelsaft vermischt werden. Dieses Saftgemisch von etwa 1 Liter wird mit einem Portionsbeutel von Mikroorganismen in eine Glasflasche oder Karaffe gegeben und geöffnet etwa zwei Tage in einem warmen Raum aufbewahrt. Danach zeigt ein leichtes Perlen den Abschluss des Fermentierens an. Das nun aktiv gewordene Enzymgetränk kann danach einige Tage verschlossen und gut gekühlt aufbewahrt werden.

Quellen

  1. N. D. Kim et al.: Chemopreventive and adjuvant therapeutic potential of pomegranate (Punica granatum) for human breast cancer. In: Breast Cancer Res Treat. Volume 71, 3, 2002, S. 203–217, PMID 12002340.
  2. www.natuerlich-quintessence.de: Fermentierter Granatapfelsaft