Wie „gesund“ ist eigentlich mein Entsafter?

Wer sich seine Säfte selber auspressen möchte, der sollte beim Kauf seines Entsafters darauf achten, dass dieser kein BPA enthält. Bei BPA (Bisphenol A) handelt es sich um einen chemischen Zusatz, der für die Herstellung von Kunststoffen verwendet wird. Die Chemikalie kann die Härte und Haltbarkeit des Kunststoffs erhöhen, allerdings mit gefährlichen Folgen für unsere Gesundheit.

So soll BPA zum Beispiel einen Einfluss auf den Hormonhaushalt haben, die Fortpflanzung beeinflussen, das Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes erhöhen und sogar Krebs auslösen können [1]. Im Bezug auf den Hormonhaushalt verhält sich das Bisphenol A wie das weibliche Hormon Östrogen und bindet sich an denselben Rezeptoren im Körper, die für das Östrogen vorgesehen sind. Die Folgen sind (wie eine Studie zeigt), dass bei Männern das Sexualleben beeinträchtigt wird und die Samenqualität sich verschlechtert. Auch stellte man bei Tierversuchen fest, dass die hormonähnliche Chemikalie zu Verweiblichung beim männlichen Nachwuchs führt. Bei Frauen wird das Wachstum von Brustkrebs durch BPA unterstützt. Besonders gefährlich ist BPA für Babys und Heranwachsende, da es sich negativ auf deren Entwicklung auswirken kann. Daher ist der Stoff beispielsweise auch für Babyfläschchen verboten.

BPA kann in allen Kunststoffen enthalten sein. So zum Beispiel in Trinkflaschen aus Plastik, in Aufbewahrungsbehältern aus Kunststoff oder eben in den Kunststoffteilen eines Entsafters.

Ist BPA in einem Kunststoff enthalten, dann kann er sich zum Beispiel durch Wärme herauslösen und in die Lebensmittel übergehen. Daher sollte Essen beispielsweise nie in einem Kunststoffbehälter in der Mikrowelle erhitzt werden. Auch beim Entsaften entsteht, insbesondere bei den Zentrifugalentsaftern, aufgrund der hohen Drehzahlen eine gewisse Temperatur, die den Stoff aus dem Kunststoff lösen kann.

BPA-freie Entsafter

Daher ist es sinnvoll, beim Kauf eines Entsafters auf Modelle zurückzugreifen, die mit einer niedrigen Drehzahl arbeiten, wie die so genannten „Slow Juicer“ (siehe dazu auch unsere Entsafter Test Seite). Auch beim Reinigen der Kunststoffbehälter sollte nach Möglichkeit darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht zu heiß ist. Idealerweise werden Kunststoffbehälter, die für Lebensmittel verwendet werden mit der Hand gereinigt.

Die meisten Hersteller wissen natürlich inzwischen um die potentiellen Gefahren von BPA und viele von ihnen bieten daher auch BPA-freie Modelle an. Einige Beispiele sind:

Allerdings verwenden sie dann vielmals alternative chemische Stoffe wie Bisphenol S (BPS), die sich wenig von BPA unterscheiden oder noch nicht ausreichend erforscht wurden. Es ist daher möglich, dass diese alternativen Stoffe ebenfalls eine potentielle Gefahr für die Gesundheit darstellen können. Es ist daher immer gut, wenn möglichst viele Teile des Entsafters (vor allem die Teile, die mit den Lebensmitteln in Berührung kommen) nicht aus Kunststoff, sondern aus Metall sind. Diese Geräte sind dann zwar teurer, dafür ist der Anteil potentiell schädlicher Bestandteile aber auch geringer und die Lebensdauer der Teile ist meist höher. Es gibt aber auch Kunststoffe, bei denen man grundsätzlich davon ausgehen kann, dass kein BPA drin ist, wie Polypropylene.

Man kann die Aufnahme des schädlichen Bisphenols auch anderweitig reduzieren, indem man so weit es möglich ist auf die Verwendung von Plastik für die Aufbewahrung und Zubereitung von Lebensmitteln verzichtet. Ist bei dem Entsafter zum Beispiel ein Kunststoffbehälter für den Saft enthalten, dann kann man diesen durch eine Glaskaraffe ersetzen. Auch sonst ist es sinnvoll, seine Lebensmittel in Gefäßen aus Glas, Metall und Keramik zuzubereiten und aufzubewahren.

Quellen und weiterführende Informationen:

  1. plastikmeer.plasticontrol.de: Krankheiten durch Bisphenol A
  2. zentrum-der-gesundheit.de: BPA schadet der Gesundheit
  3. bund.net/chemie/hormonelle-schadstoffe/bisphenol-a/: Bisphenol A: Ausschuss stimmt für eine Einstufung als „besonders besorgniserregend“
  4. spektrum.de: BISPHENOL A:Kunststoff mit Nebenwirkungen