Die Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfiehlt drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst täglich zu sich nehmen. Eigentlich könnte man diese Empfehlung ganz gut auch mit zwei Gläser frisch gepressten Saft umsetzen. Die Frage ist was ist gesünder und besser?

Die Tatsache, dass selbst gemachte frische Säfte gesünder sind als die Säfte aus dem Geschäft haben wir bereits in diesem Artikel behandelt. Jedoch besteht die grundsätzliche Frage: Warum überhaupt Säfte trinken? Ist es nicht besser rohes Gemüse und Obst als ganzes zu essen?

Die Vorteile von frische Frucht- und Gemüsesäfte

1) Höhere Vitaminaufnahme durch den Körper als bei ganzen Früchten

Im Gegensatz zum Konsum von ganzem Obst und Gemüse, kann man durch frisch zubereitete Säften einen höheren Anteil an Nährstoffen aus den Pflanzen aufzunehmen, da diese bereits aufgeschlossen sind bevor sie im Verdauungstrakt gelangen. Eine Humanstudie der Universität Hohenheim bestätigt:

Aus dem Orangensaft nimmt unser Körper ungefähr doppelt so viele Carotinoide (Antioxidantien) auf wie aus einer handelsüblichen Orange. Somit ist Orangensaft eine bessere Carotinoid-Quelle als eine Orange.

Der Grund ist, dass Ballaststoffe wie Pektin oder Cellulose durch das Entsaften abgetrennt werden. Normalerweise hemmen diese die Absorption von Carotinoiden während der Verdauung. Beim Entsaften landen die Ballaststoffe jedoch im Trester und hemmen die Absorption nicht mehr.

Zusätzlich werden, im Gegensatz zum Entsaften, die Zellen der Orange beim Kauen nicht genügend zerkleinert, sodass die Carotinoide darin eingeschlossen bleiben und nicht aufgenommen werden können. Bei härteren Pflanzen wie Möhren, sind die Verluste an Vitamine durch Kauen noch größer, da keiner 10 Minuten am Stück kaut bis aus der Karotte Saft oder Brei entsteht. Man müsste sehr gründlich und lange kauen, um dieselbe Vitaminaufnahme zu erzielen, wie über eine vom Entsfater verarbeitete Möhre.

Das Prinzip dieser optimierten Vitaminaufnahme und Vitaminausbeute ähnelt dem Prinzip von Nahrungsergänzungsmitteln, die bei Erkältung / Grippe oder einem Immundefizit vom Arzt empfohlen werden, wie z.B. Vitamin C Tabletten oder Orthomol Immun® Tabletten/Kapseln, die es auch in flüssiger Form gibt und die als Immun-Booster dienen. Die letzteren enthalten unter anderem Vitamin C, Folsäure und Vitamin A, welche das Immunsystem stärken. Die Antioxidanzien Vitamin C und Vitamin E tragen zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei und schützen vor freien Radikalen.

Dieses künstlich zusammengesetztes Aufbaupräparat für das Immunsystem kann dank eines Entsafter durch natürliches, frisch gepresstes Obst und Gemüse größtenteils ersetzt werden: z.B. als Apfel-Rote-Beete-Karotten-Saft oder Orange-Spinat-Karotten-Saft. So ein frisch gepresster Saft würde einen ähnlichen Vitaminschub erzeugen und hätte einen ähnlichen Aufputsch-Effekt auf das Immunsystem. Und noch besser: Man hat eine natürliche Kombination und natürliches Verhältnis aus Vitaminen und Mineralstoffen. Außerdem ist es viel günstiger selbst den Saft herzustellen als solche teure Preparate zu kaufen. Die Vorteile gegenüber ganze Früchte sind wie bereits erwähnt: Wenn man den Saft durch ganze Früchte und Gemüse ersetzen würde, um dieselbe Menge an Vitamine zu erhalten, müsste man wahrscheinlich so lange kauen bis der Kiefer schmerzt. Wer isst schon auf einmal: 1 Apfel, 2 Karotten und 2 rote Beeten? Mit einem Entsafter lässt sich dagegen schnell einen frischen Saft aus verschiedene Gemüse- und Obstsorten herstellen, der den individuellen Vitaminbedarf deckt und der viel leichter vom Körper aufzunehmen ist.

2) Entgiftung des Körpers, Saftfasten und Entschlackung

Wer seinen Körper im Frühling entschlacken will und so richtig von innen reinigen, kann das mit einer Saftkur machen. Diese dauert in der Regel zwischen 5 und 7 Tagen. In dieser Zeit sollen Gifte gelöst und aus dem Körper gespült werden. Damit dies möglich ist, muss der Körper entlastet werden, vor allem die an der Verdauung beteiligten Organen. Nur so hat er genügend Energie, um sich den Reinigungsprozess vorzunehemen.

Damit die Verdauung entlastet wird, ist es wichtig, dass Ballaststoffe weggelassen werden, denn diese regen die Darmtätigkeit an. Daher sollten beim Fasten selbstgemachte Säfte aus Früchte und Gemüse getrunken werden (neben Tees und viel Wasser) und kein Obst und Gemüse als Ganzes gegessen werden.

Der Körper hat dann seine verdiente Verschnaufpause und kann in Ruhe entgiften. Ein weiterer Vorteil des Saftfastens: oft verliert man während einer Entgiftungskur auch überschüssige Pfunde. Diese bleiben jedoch später auf dem gleichen Niveau, nur wenn man seine Ernährung auch dauerhaft umstellt: mehr Rohkost, weniger Zucker und keine Fertiggerichte.

Damit die Nährstoffe aus dem Saft nicht zu schnell in den Organismus gelangen, wird empfohlen, den Saft während der Saftkur immer mit Wasser zu vermischen: z.B. im Mischungsverhältnis von 1:3 oder 1:2. Auch sollte man vorwiegend Gemüsesäfte trinken, damit der Blutzuckerspiegel nicht steigt und der Säure-Base Haushalt besser reguliert wird.

Nachteile von frisch gepressten Säften gegenüber ganzes Obst

Wie bei allen Dingen im Leben sollte man sich auch hier auf den eigenen gesunden Menschenverstand verlassen. Man sollte sich vor Augen führen, dass man mit einem Saft zwar eine hohe Dosis an Vitaminen bekommt, jedoch sind die ganzen Ballaststoffe nicht mehr in dem Saft enthalten, sondern landen im Trester. Ballaststoffe sind jedoch ebenfalls wichtig, und zwar für eine gesunde Verdauung und für die Regulierung des Zuckerspiegels im Blut. So wird der Zucker (Fruktose und Glukose) im Apfelsaft etwa zehnmal schneller aufgenommen, als wenn man die gleiche Menge an Äpfeln essen würde. Würde man also größere Mengen an Apfelsaft trinken, würde es zu einer Überzuckerung kommen und einer anschließenden Unterzuckerung des Blutes.

Aufgrund des hohen Zuckergehaltes ist es nicht empfehlenswert täglich Obstsäfte zu trinken und auch nicht pur. Es ist gesünder und sinnvoller immer eine Mischung aus Gemüse und weniger Obst in einem Glas frisch gepressten Saft zu packen, damit der Körper keinen Zuckerschock bekommt.

Auch sinnvoller ist es anstatt täglich, sich alle paar Tage ein 1 Glas frischen Obst-Gemüse-Saft zu gönnen. Oder wenn man merkt, dass man schwach, gestresst oder erkältet ist. Gegen eine zeitlich begrenzte Fastenkur ist ebenfalls bei gesunden Menschen nichts einzuwenden.

Frisch gepresster Saft sollte nicht als Ersatz einer Mahlzeit dienen und auch nicht als Durstlöscher! Die Ernährungswissenschaftlerin Mag. Doris Fussenegger vom Österreichischen Akademischen Institut für Ernährungsmedizin sagt dazu:

„.. wissen wir inzwischen, dass man eine Portion Obst ruhigen Gewissens durch ein Glas Obstsaft ersetzen kann, und zwar am besten durch ein Glas frisch gepressten Obstsaft.“  jedoch auch nicht mehr..

Geeignete Gemüsesorten für Säfte sind:

  • Stangensellerie
  • Spinat
  • Petersillie
  • Schnittlauch
  • Salatblätter
  • Zucchini
  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Chicorée
  • Chinakohl
  • Fenchelknolle
  • Gurke
  • Grünkohl
  • Rotkohl
  • Spargel

Möhren und Rote Beete sind nicht für Diabetiker geeignet, da sie Zucker enthalten. Für gesunde Menschen stellen sie jedoch kein Problem dar, und runden den Geschmack ab. Stangensellerie kann man z.B. gut mit Möhren und Birne kombinieren.

 

Außerdem sollten wir beim Saftpressen immer auf unseren Magen hören. Beim Knurren und Blubbern, liegt die Vermutung nahe, dass man bestimmte Bestandteile der Pflanze nicht gut verwerten kann. Dies ist gut möglich bei Kohl oder Bohnen. In dem Fall sollten Sie einfach die Menge reduzieren oder einfach aus ihren Saft-Rezepten streichen.

Fazit

Auch wenn frischgepresste Frucht- und Gemüsesäfte den Körper mit mehr Vitamine beliefern als gekautes Obst und Gemüse, sollte man sie nicht in Massen und ständig trinken, sondern mit Bedacht. Sie sind sehr gut geeignet bei Immundefiziten, bei Stresssituationen oder Erkältungen. Aber auch zu täglichen Entgiftung des Körpers für einen kurzen Zeitraum sind sie die erste Wahl. Eine dauerhafte tägliche Einnahme als Ersatz für Obst und Gemüse ist jedoch nicht zu empfehlen, da der Körper Ballaststoffe braucht, um die Darmtätigkeit zu aktivieren und den Blutzuckerspiegel zu senken. Für mich persönlich besteht das richtige Verhältnis in 1 Glas frischen Saft 2-3 Mal in der Woche und ansonsten jeden Tag rohes Obst und Gemüse zerkauen, damit der Darm in Form bleibt. 🙂

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Quellen:

  1. www.dge.de: Täglich mindestens 5 Portionen Gemüse und Obst essen
  2. www.scinexx.de: Orangensaft tatsächlich gesünder als ganze Frucht
  3. www.medizinpopulaer.at: Obstsäfte unter der Lupe
  4. www.vitamine.com: Vitamine – Was dein Körper braucht, um gesund zu bleiben – TOP Vitamine
  5. www.fitforfun.de
  6. www.stylebook.de