Philips: Die „Slow Juicer“-Marke?

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Philips HR1949/20 Slow Juicer, Entsafter für kalte...

Die Marke Philips genießt unter anderem als Hersteller von Fernsehgeräten einen hervorragenden Ruf. Aber auch im Bereich der Haushalts- und Küchengeräte hat Philips zahlreiche gute Produkte im Sortiment. Zur Sparte der Küchengeräte von Philips zählen auch die Entsafter, wie der Slow Juicer Philips HR1949/20 und der HR1897/30. Anders als der Slow Juicer der Marke Omega merkt man den Modellen von Philips jedoch an, dass sich dieses Unternehmen nicht auf die Herstellung von Entsaftern spezialisiert hat.

Philips HR1897/30 Entsafter mit Microextraction Technologie

Der Philips HR1897/30 Entsafter soll bis zu 90% des Fruchtsaftes aus einer Frucht herauspressen können. Und das dank der Press-Schnecken Technik, die aus dem Slow Juicer Bereich bekannt ist, auch besonders schonend. Die Rede ist auch von einer geheimnisvollen „Microextraction Technologie“. Zudem verspricht der Hersteller, dass sich das Gerät nach der Benutzung besonders schnell reinigen lassen soll. Der Grund dafür ist das nicht verbaute Sieb.

Normalerweise ist es für einen Slow Juicer üblich, dass das eingefüllte Obst mit Hilfe einer geringen Umdrehungszahl der Schnecke zerkleinert und entsaftet wird. Allerdings scheint die Umdrehungszahl bei diesem Gerät für einen Slow Juicer deutlich zu hoch (schätzungsweise einige hundert Umdrehungen pro Minute). Das ist hörbar, da der Slow Juicer recht laut ist. Zudem scheint die Umdrehungszahl der Schnecke auch optisch höher zu sein als für ein Slow Juicer üblich. Die eigentlich gewünschte schonende Entsaftung, die man sich von der Press-Schnecke verspricht, ist damit nicht realisierbar. Die Vitaminsaubeute und der Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen wird generell durch eine schnellere Drehung und die resultierende höhere Oxidation deutlich reduziert.

Der größte Nachteil des Gerätes ist jedoch die geringe Saftausbeute. Die optimale Saftausbeute eines Entsafters lässt sich immer daran feststellen, dass der Trester möglichst trocken ist. Der Trester bei diesem Gerät ist jedoch noch sehr feucht, wenn man z.B. Karotten entsaftet. So feucht, dass beim Ausdrücken in der Hand noch reichlich Flüssigkeit austritt. Die vom Hersteller versprochene Saftausbeute von bis zu 90 % ist daher wahrscheinlich nur bei sehr weichen Obstsorten zu erwarten, wie Erdbeeren und Himbeeren.

Das Gerät hat auch seine offensichtliche Vorteile: es ist mit seinem schlanken Design optisch wirklich ansprechend gestaltet, sodass der Entsafter zum Verstecken im Küchenschrank viel zu schade ist. Ein weiterer großer Vorteil sind die runden Bauteile, die einen schnellen und unkomplizierten Aufbau und Abbau des Gerätes ermöglichen und sich einfach reinigen lassen. Dadurch kann tatsächlich viel Zeit gespart werden. Im unteren Video sehen Sie den kompletten Test durchgeführt von DiscountJuicers. Man erkennt deutlich die höhere Lautstärke und die schnellere Umdrehung des Phillips Entsafters im Gegensatz zum Omega Entsafter.


youtube Video: Philips Micro Juicer vs Omega NC800 Comparison Review

Vorteile des neuen Modells „Philips HR1949/20 Slow Juicer“?

Das neuere Modell HR1949/20 ist optisch ebenfalls sehr ansprechend gestaltet und unterscheidet sich nicht signifikant vom Modell HR1897/30. Auch die Leistungsmerkmale sind praktisch identisch mit dem älteren Modell, wie die Leistung von 200 Watt. Mit Ausnahme der Umdrehungszahl, hier behauptet der Hersteller, dass sie bei diesem Modell 40 Umdrehungen pro Minute beträgt. Allerdings sagt eine Bewertung bei Amazon was anderes aus: die Umdrehung ist zu schnell für ein Slow Juicer. Zitat:

Die Presse des Philips-Juicer ist viel zu schnell, um als Slowjuicer bezeichnet werden zu können.

Es besteht also die Frage, was der Hersteller mit 40 Umdrehungen pro Minute gemeint hat. Außerdem ist auch bei dem neueren Modell kein richtiges Sieb vorhanden, so wie man es von einem Slow Juicer kennt, sodass man wieder annehmen kann, dass die Ausbeute niedrig ausfällt. Ein Vorteil, den das neuere Modell zu bieten hat, ist die größere Einfüllöffnung. Mit einem Seitenmaß von 3,5 x 7 cm bekommt man durchaus auch größere Stücke in das Gerät eingefüllt, sodass die Vorarbeit für das Entsaften geringer ausfällt. Bei diesem Modell können wir zudem einstellen, wie viele Fasern wir im Saft haben möchten. Zwei Einstellungen stehen uns dafür zur Verfügung. Außerdem findet man passende Rezepte entweder im mitgelieferten Rezeptbuch oder in der Healthy Drinks App. In der App kann man auch den Nährstoffgehalt der Zutaten nachlesen. Diese findet man allerdings auch im Internet.

Fazit

Frische Säfte selbst zu Hause herzustellen, anstatt überzuckerte und vitaminarme TetraPack-Säfte zu kaufen, wird immer beliebter. Und das ist offensichtlich auch Philips nicht verborgen geblieben. Slow Juicer, die den Früchten ihren Saft besonders schonend entlocken, gelten dabei als besonders gut. Denn hier behalten die Säfte eine Vielzahl der wertvollen Vitamine aus den Früchten. Bei der Betrachtung der Slow Juicer von Philips zeigen sich aber genau hier die größten Mängel. Denn für einen Slow Juicer scheint die Umdrehung der Schnecke bei beiden Modellen doch viel zu hoch zu sein. Damit können diese Geräte also nicht die Saftqualität liefern, die der Verbraucher von einem Slow Juicer erwartet. Besonders enttäuschend ist jedoch die Saftausbeute. Philips verspricht hier ein Ergebnis von bis zu 90%. Doch gerade bei festerem Gemüse ist der Trester deutlich zu nass, sodass das Ergebnis weit von einer optimalen Saftausbeute entfernt ist. Einzig die schicke Optik und die leichte Reinigung machen diese Geräte wirklich attraktiv. Für den Preis eines Slow Juicers (über 300 Euro) ist keines der beiden Philips Modelle zu empfehlen. Ich würde nicht mehr als 150 Euro dafür ausgeben wollen. Gute Slow Juicer sind auf unsere Entsafter Test Seite aufgelistet.

Quellen: