Bevor wir zu den Beschreibungen der Testsieger und den verschiedenen Arten von Entsaftern kommen, wollen wir erstmal einige wichtige Fragen beantworten über den Sinn eines Entsafters. Für diejenigen, die es eilig haben: hier geht es zu den Entsafter Tests.

Frische Säfte sind besser als Nahrungsergänzungsmittel

Wozu frische Säfte trinken? Kann ich nicht einfach Nahrungsergänzungsmittel zu mir nehmen und Vitamin C, B oder A in Form von Tabletten schlucken? Die Ähnlichkeit zwischen den Vitaminen in einem frisch gepressten Saft und einer Vitamin C Tablette ist so groß, als würde man einen Menschen mit einer Puppe vergleichen. Das eine ist lebendig, das andere nicht. Oberflächlich betrachtet findet man gleiche Merkmale, im Detail gesehen aber sehr viele Unterschiede mit hoher Komplexität, die die Natur vorgibt. Eine Frucht besteht nicht nur aus Vitamin C, sondern aus einer komplexen Kombination aus bis zu Tausende verschiedene sekundären Pflanzenstoffen, Enzymen, Vitaminen und Mineralstoffen. Enzyme sind Eiweißmoleküle, die als Katalysator chemische Reaktionen im Körper beschleunigen und einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel haben. Sekundärer Pflanzenstoffe schützen vor Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs. Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Eisen sorgen für die Stabilität der Knochen, einen normalen Herzrhythmus und für die Sauerstoffversorgung im Blut. Alle diese Nährstoffe spielen zusammen und würden getrennt nur einen kleinen Teil ihren wirklichen Potentials entfalten, wenn man sie isoliert (industriell hergestellt) einnehmen würde.

Die isolierte Zufuhr einzelner sekundärer Pflanzenstoffe in Form von Nahrungsergänzungsmitteln kann laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung [1] anstatt positive, sogar negative Auswirkungen haben und zu einer Risikoerhöhung für eine Reihe von Krebskrankheiten führen. Es ist wichtig zu verstehen, dass nur ganze Früchte / Gemüse und frisch gepresste Säfte die genau richtige Konzentration und Zusammensetzung aller dieser Nährstoffe enthalten, damit alle Prozesse im Körper so zusammenspielen wie es die Natur vorgesehen hat. In Säften sind die Vitamine in etwas höherer Dosierung als in ganzen Früchten enthalten und sind bereits aus den Fasern gelöst, sodass der Körper sie viel schneller aufnehmen kann. Das ist ein Vorteil, wenn man sein Immunsystem stimulieren möchte bei bestimmten Krankheiten mit Vitaminmängel oder auch als Prävention, damit diese erst gar nicht entstehen.

Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?

Sekundärer Pflanzenstoffe sind Polyphenole, Carotinoide, Phytoöstrogene, Glucosinolate, Sulfide, Monoterpene, Saponine, Protease-Inhibitoren, Phytosterine, Chlorophyll und Phytinsäure. Forschungsergebnisse (siehe z.B. Wirkung von Karottensaft) zeigen, dass diese vor verschiedenen Krebsarten schützen und es ist bekannt, dass sie entzündungshemmende, sowie blutdrucksenkende Wirkung haben. Zu den wichtigsten sekundären Pflanzenstoffen zählen die Flavonoide, die der Gruppe der Polyphenole zugeordnet sind. Gerade die Flavonoide werden laut eines Ernährungsbericht [2] mit der Senkung des Risikos für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Lungenkrebs in Verbindung gebracht. Sie sind für die rote, blaue, hellgelbe und violette Farbe in Gemüse und Obst verantwortlich und z.B. in Äp­feln, Bir­nen und Trau­ben enthalten. Car­o­tin­o­i­de wirken an­ti­ox­i­da­tiv, im­mun­mo­du­lier­end und ent­zün­dungs­hem­mend und sind z.B. in Kar­ot­ten, To­ma­ten und Pap­ri­ka enthalten. Man erkennt sie an der gelben und orangenen Farbe in frischen Säften. Es gibt viele Pflanzenstoffe, deren Wirkung noch gar nicht oder unzureichend untersucht worden ist, aber von deren gesundheitlichen Nutzen man ausgehen kann.

 Frische Säfte sind gesünder als Smoothies

Labor-Untersuchungen zeigen, dass Säfte eine bis zu zwei Mal höhere Konzentration an Vitamin C und Beta-Carotine enthalten als ein Smoothie (auch abzüglich des Wassers, die im Smoothie zusätzlich reinkommt). Der Grund liegt in der Art und Weise, wie ein Mixer das Obst und das Gemüse zerkleinert im Gegensatz zu einem Entsafter. Mehr dazu könnt ihr in unserem Artikel lesen: Entsafter vs. Mixer: Was ist gesünder – Saft oder Smoothie?

Quellen:

[1] www.dge.de

[2] Watzl B: Einfluss sekundärer Pflanzenstoffe auf die Gesundheit. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.): 12. Ernährungsbericht 2012. Bonn (2012) 355-374

Khalid Rahman. Studies on free radicals, antioxidants, and co-factors. Clin Interv Aging. Jun 2007; 2(2): 219–236.