Eine Schwangerschaft ist eines der wundervollsten Ereignisse im Leben einer Frau. Für den Körper der Frau bedeutet eine Schwangerschaft allerdings Schwerstarbeit. Und um ihn dabei bestmöglich zu unterstützen, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine erhöhte Zufuhr an wertvollen Mineralstoffen und Vitaminen besonders wichtig. Sind frische Säfte hier die ideale Lösung?

Vorteile von frisch gepressten Säfte

Frische, selbst hergestellte Säfte aus Obst und Gemüse gelten als sehr gesund, da im Gegensatz zu ganzen Früchten die Vitamine bereits aufgeschlossen sind, bevor sie im Verdauungstrakt gelangen. Der Körper kann dadurch einer höhere Menge an Vitaminen aufnehmen. Wenn wir anstatt eine Orange zu essen, frisch gepressten Orangensaft trinken, nimmt unser Körper doppelt so viele Carotinoide (Antioxidantien) aufDeshalb werden frische Säfte allgemein sehr gerne konsumiert. Auch schwangere Frauen können von den Vorteilen frischer Säfte profitieren. Allerdings sollten Sie ein paar Dinge beachten. 

Zum Beispiel sollten trotzdem weiterhin zusätzlich ganze Früchte gegessen werden, da diese Ballaststoffe enthalten, die für die Darmtätigkeit sehr wichtig sind und es sollten keine Mahlzeiten durch Säfte ersetzt werden. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen normaler Nahrung und frisch gepressten Säften ist hier das Schlüsselwort. Es ist empfehlenswert die optimale Menge an frischen Säften und die optimale Gemüse- und Obstart für Ihren individuellen Zustand vorher mit Ihrem Arzt zu besprechen.

8 Tipps für das Entsaften während der Schwangerschaft

Tipp 1: Entsaften Sie selbst mit einem Slow-Juicer bzw. Saftpresse

Überlassen Sie nicht das Entsaften der Industrie, denn Säfte aus der Packung haben nicht nur fast keinen Nährwert, sondern können durch den zu hohen Zuckerghalt sogar Schaden anrichten. In den Säften aus dem Geschäft ist der Vitamingehalt durch das lange Lagern, die Verarbeitung und das Pasteurisieren beim Zeitpunkt des Kaufes meist auf 15 % gesunken (es sei denn, es wurde künstliches Vitamin C zugefügt).  Auch frisch gepresste Säfte von Obstständen sind nicht zu empfehlen, denn sie können für Schwangere gefährlich werden (siehe Tipp 2).

Es ist einfach zu Hause einen frischen Saft selber zuzubereiten und es dauert meist 5 Minuten inklusive Reinigung der Entsafter-Einzelteile. Man muss nur den richtigen Entsafter auswählen, der sicher ist und gute Saftqualität liefert. Für Zitrusfruchte wie Orangen und Grapefruit reicht eine Zitruspresse zum Entsaften aus. Für Schwangere sind jedoch auch härteres Obst und Gemüse, wie Äpfel, Karotten und Rote Beete wichtig. Daher besorgt man sich am besten einen richtigen Entsafter. Einen Zentrifugal-Entsafter können wir aus Erfahrung nicht empfehlen, da die Vitamine zu schnell oxidieren und noch während des Entsaftens zerstört werden. Besser ist ein so genannter Slow-Juicer (Kaltentsafter), da bei dieser Art des schonenden Entsaftens ein höherer Anteil an Enzyme und Vitamine erhalten bleibt.

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Tipp 2: Keine frische Säfte von Obstständen kaufen

Auch wenn die Säfte im Restaurant oder an den Obststand frisch sind, weiß man noch lange nicht ob das Obst und das Gemüse vorher richtig gewaschen wurde. Durch nicht gewaschenes Obst und Gemüse können Bakterien, die so genannten Listerien, übertragen werden und schwerwiegende Erkrankungen beim Baby verursachen.

Tipp 3: Gemüse und Obst gut waschen

Es reicht, wenn man das Obst bzw. das Gemüse mit kaltem Wasser wäscht und mit einer Bürste abschrubbt oder bei Bedarf schält. Karotten, die mit Erde behaftet sind, sollte man zuerst waschen, dann schälen, dann nochmal waschen. Danach kann man ruhigen Gewissens die Früchte durch den Entsafter jagen.

Tipp 4: Achten Sie auf Bio-Obst und Bio-Gemüse

Pflanzenschutzmittel töten nicht nur Insekten auf Obst und Gemüse, sie können auch dem menschlichen Körper Schaden zufügen. Pestizide können zum Beispiel dem Baby schaden und greifen das Erbgut an. Das Herbizid Glyphosat ist zudem krebserregend. Der beste Weg, um sich vor diesen Giften zu schützen ist Bio-Obst und Bio-Gemüse zu essen. Verwenden Sie daher für ihre Säfte nur Bio-Lebensmitteln.

Tipp 5: Säfte sollten keine Mahlzeit ersetzen

Frisch gepresste Säfte sollten als Ergänzung zu den regulären Mahlzeiten eingenommen werden (vor oder danach) und nie als Ersatz für eine Mahlzeit dienen.

Tipp 6 &  7: Nicht nur Früchte entsaften – Auf den Glykämischen Index achten!

Wenn man immer nur Früchte entsaftet, kann der Fruchtzucker in den Säften dazu führen, dass sich aufgrund der Fructose Schwangerschaftsdiabetes bildet. Besser wäre es, entweder Früchte mit niedrigem bis mittleren Glykämischen Index zu entsaften und mit Gemüse zu mischen oder nur Gemüse zu entsaften.

Tipp 8: Saft mit Wasser verdünnen

Ideal ist es, wenn der Saft mit Wasser verdünnt wird. Dadurch bekommt der Körper genügend wichtige Vitamine und Mineralstoffe aus dem Saft (aber eben nicht zu viel in konzentrierter Form) und der Körper wird ausreichend hydratisiert.

Welche Obst- und Gemüsesäfte sind für Schwangere empfehlenswert?

Rote Beete

Sehr gut geeignet als Bestandteil in Säften für Schwangere ist rote Beete. Diese ist reich an Folsäure, die besonders für den Aufbau des Nervensystems bei Ungeborenen wichtig ist. Rote-Beete-Saft hilft unter anderem auch bei der Senkung hohen Blutdrucks und liefert viel Eisen. Eisen ist wichtig, um eine Blutarmut zu vermeiden. Vor allem während des ersten Schwangerschaftstrimesters sollten Frauen auf eine erhöhte Zufuhr von Folsäure und Eisen setzen.

Schwangere sollten maximal den Saft einer halben Knolle zu sich nehmen, da die Pflanze auch Oxalsäure enthält, was zur Bildung von Nierensteinen führen kann. Idealerweise wird der Saft der roten Beete mit einem anderen Gemüse gemischt, wie z.B. Karotte. Zudem sollte der Saft aus der roten Beete nicht ganz frisch verzehrt werden, sondern zuvor etwa zwei Stunden „ruhen“. Darüber hinaus sollte der Saft mit Wasser gestreckt werden.

Karotten

Karotten sind ebenfalls sehr gut für Säfte für Schwangere geeignet. Sie können als Wurzelgemüse auch hervorragend mit der roten Beete kombiniert werden. Karottensaft ist reich an Beta-Karotine, Vitamin E, B1, B6, Kalium und Calcium. Die Inhaltsstoffe der Karotten helfen Sehschwächen vorzubeugen, bei dem Wachstum und der Entwicklung des Knochenbaus und sorgen für ein schönes Hautbild. Aber auch hier kommt es auf die richtige Dosis an. Mehr als ein Glas frischen Möhrensaft pro Tag sollte die Schwangere nicht zu sich nehmen.

Bei bestimmte Vitamine, wie Vitamin A, sollte man ganz besonders auf die Dosis achten! Das Vitamin A sollte hauptsächlich aus natürlichen Lieferanten, wie Karotten, gewonnen werden. Vitamin-A-Präparate sollten gar nicht eingenommen werden, denn die hohe Konzentration dieses Vitamins kann zu Fehlbildungen führen.

Orangen und Äpfel

Weitere Obstsorten, die sich sehr gut für die Herstellung für Säfte während der Schwangerschaft eignen sind Orangen und Äpfel. Orangen enthalten hohe Mengen an Folsäure und Vitamin C. Äpfel enthalten ebenfalls viel Vitamin C und Kalium. Beide Früchte kräftigen das Immunsystem. Verwenden Sie diese jedoch nicht in großen Mengen, denn dessen Glykämischer Index ist nicht niedrig.

Gurken

Salatgurken sind ebenfalls als Zutaten für einen frischen Saft geeignet. Sie wirken entwässernd und sorgen dafür, dass das überflüssige Wasser abtransportiert wird, das sich in Armen und Beinen anlagert. Das dauerhafte Essen großer Portionen Gurke oder das Trinken großer Portionen Gurkensaft sollte allerdings mit dem Arzt abgesprochen werden.

Spinat

Spinat enthält hohe Mengen an Eisen und Folsäure und ist reich an ß-Carotin, Vitamin E, B2, B6, C sowie Calcium, Eisen und Zink. Sehr empfehlenswert für Schwangere!

Auf die Verwendung von Kräutern wie Rosmarin oder Petersilie sollte verzichtet werden. Auch Sellerie wird für Schwangere nicht empfohlen.

Tomaten

Tomaten sind reich an ß-Carotin, Vitamin E, B6, Folsäure, Kalium und Antioxidanten. Sie stärken das Immunsystem und helfen bei der Bildung von neuen Blutzellen.

Warum haben Schwangere einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf?

  • Grund 1: Nieren auf Hochtouren

Der ständige Harndrang schwangerer Frauen ist ein bekanntes Schwangerschaftssympton. Dieser erhöhte Harndrang kommt von einer verstärkten Nierentätigkeit. Durch die stärkere Durchblutung der inneren Organe arbeiten die Nieren nun auf Hochtouren. Damit werden auch mehr Giftstoffe aus dem Blut gefiltert. Diese Giftstoffe müssen anschließend aus dem Körper ausgeschwemmt werden, daher braucht er mehr Flüssigkeit. Aus diesem Grund haben Schwangere häufig auch vermehrt Durst.

  • Grund 3: Fruchtwasser wird ständig erneuert

Während der Schwangerschaft wird Fruchtwasser durch komplexe Vorgänge ständig erneuert und dafür wird ebenfalls mehr Flüssigkeit gebraucht.

  • Grund 2: Erhöhte Blutbildung

Der Durst entsteht aber auch dadurch, weil der Körper während der Schwangerschaft bis zu 40% mehr Blut bildet als normal. Das höhere Blutvolumen sorgt dafür, dass ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe zum Ungeborenen gelangen können.

  • Symptome bei niedriger Flüssigkeitszufuhr

Ein zu niedriger Flüssigkeitshaushalt während der Schwangerschaft kann sich unter anderem in niedrigem Blutdruck, Schwindelgefühl, Benommenheit, kalter, fahler Haut und einer schnellen, flachen Atmung äußern. Die Aufnahmen von ausreichend Flüssigkeit und genügend Nährstoffen ist während einer Schwangerschaft für die Mutter und das Ungeborene enorm wichtig.

Quellen:

  1. eisen-netzwerk.de: Schwangerschaft benötigt Eisen
  2. vitamine-ratgeber.com: Welche Vitamine Sie besonders oft auf Ihrem Speiseplan während der Schwangerschaft haben sollten
  3. dge.de : Was Schwangere nicht essen sollten
  4. in-form.de: Schützen Sie sich vor Lebensmittelinfektionen in der Schwangerschaft
  5. www.zentrum-der-gesundheit.de/bio-lebensmittel-pestizide-ia.html: Besser Bio-Lebensmittel als Pestizide!
  6. ifocushealth.com: Saft-Rezepte für Schwangere
  7. babycenter.de: Kräuter und Pflanzen, die Schwangere meiden sollten
  8. tomatenundanderes.at: Tomate und Gesundheit
  9. herzstiftung.de: Rote-Bete Wirkung auf den Blutdruck